Keloide sind Narben, die über die ursprüngliche Wunde hinauswachsen. Die Kombination von Chirurgie mit Betatherapie erreicht Erfolgsraten von über 90 %. Im Folgenden beantwortet Dr. Fernando Amato die wichtigsten Fragen.
Was ist ein Keloid?
Ein Keloid ist eine abnormale Narbe, die über die Grenzen der ursprünglichen Wunde hinauswächst. Es wird durch eine übermäßige Produktion von Kollagen während der Heilung verursacht und bildet ein erhabenes, festes und oft rötliches oder dunkles Gewebe.
Im Gegensatz zu einer hypertrophen Narbe (die auf den Bereich der Läsion beschränkt bleibt) dringt das Keloid in das umliegende gesunde Gewebe ein. Es kann Juckreiz, Schmerzen und ästhetische Beschwerden verursachen. Am häufigsten treten sie an Ohren, Schultern, Brust und im Schambereich auf. Menschen mit dunklerer Haut (Hauttypen IV-VI) und einer familiären Vorgeschichte haben ein höheres Risiko.
Ist ein Keloid endgültig heilbar?
Es kann erfolgreich behandelt und kontrolliert werden, aber es gibt keine garantierte endgültige Heilung. Die Kombination von Chirurgie mit Betatherapie erreicht Erfolgsraten von über 90 % und ist die wirksamste verfügbare Behandlung.
Eine isolierte Operation hat eine hohe Rezidivrate (bis zu 80 %). Die Betatherapie, die in den ersten 24-48 Stunden nach der chirurgischen Exzision angewendet wird, reduziert das Wiederauftreten auf weniger als 10 %. Andere ergänzende Optionen: Kortikoidinfiltration (Triamcinolon), Kryotherapie, Silikonplatten und gepulster Farbstofflaser.
Was ist der Unterschied zwischen einem Keloid und einer hypertrophen Narbe?
Das Keloid wächst über die Grenzen der ursprünglichen Wunde hinaus und dringt in die gesunde Haut ein, während die hypertrophe Narbe auf den Bereich der Läsion beschränkt bleibt. Hypertrophe Narben neigen dazu, sich mit der Zeit zu verbessern; Keloide können weiterwachsen.
Hypertrophe Narben treten innerhalb von 4-8 Wochen auf und bilden sich innerhalb von 1-2 Jahren zurück. Sie sprechen gut auf Silikon und Kortikoide an. Keloide können Monate später auftreten und bilden sich nicht spontan zurück. Mikroskopisch weisen Keloide dicke und desorganisierte Kollagenfasern auf.
Was verursacht Keloide am Ohr?
Keloide am Ohr werden in der Regel durch Piercings, otologische Operationen oder Traumata verursacht. Das Ohr ist einer der häufigsten Orte für Keloide, insbesondere am Ohrläppchen. Genetische Veranlagung ist der Hauptfaktor.
Das Ohrläppchen ist besonders anfällig, da es schlecht durchblutet ist und ständiger Zugkraft ausgesetzt ist. Die Behandlung umfasst die chirurgische Exzision mit Betatherapie, Kortikoidinfiltration und kompressive Ohrringe im postoperativen Bereich. Erfolgsrate über 90 %.
Wie kann man Keloide nach einer Operation vermeiden?
Verwenden Sie 3-6 Monate lang Silikonstreifen, vermeiden Sie Spannung an der Narbe, schützen Sie sie mit LSF 50+ vor der Sonne und sprechen Sie mit Ihrem Chirurgen über Ihre Vorgeschichte. Patienten mit Prädisposition können von einer präventiven Betatherapie profitieren.
Grundlegende Maßnahmen: mehrschichtiger chirurgischer Verschluss zur Reduzierung der Spannung, intradermale Nähte, Silikonstreifen ab 2 Wochen, strenger Sonnenschutz und Vermeidung von Aktivitäten, die die Narbe belasten. Bei hohem Risiko kann eine prophylaktische Betatherapie indiziert sein.
Wirkt Kortikoid bei Keloiden?
Ja, die Infiltration von Triamcinolonacetonid ist eine der am häufigsten verwendeten Behandlungen. Sie reduziert Größe, Steifigkeit und Symptome wie Juckreiz und Schmerzen in 50-80 % der Fälle. Im Allgemeinen sind 3-6 monatliche Sitzungen erforderlich.
Das intraläsionale Kortikoid hemmt die übermäßige Kollagenproduktion und reduziert die Entzündung. Mögliche Nebenwirkungen: Hautatrophie, Hypopigmentierung und Teleangiektasien. Wird häufig als adjuvante Behandlung nach einer Operation oder als Erstlinientherapie für kleinere Keloide eingesetzt.
Ist die Betatherapie bei Keloiden sicher?
Ja, sie gilt als sicher, wenn sie von einem spezialisierten Team durchgeführt wird. Es werden niedrige Strahlendosen verwendet, die nur die oberflächlichen Hautschichten erreichen, ohne systemische Auswirkungen. Es ist die Methode mit der höchsten Erfolgsrate.
Der Strontium-90-Applikator sendet Beta-Strahlung mit geringer Penetration (wenige Millimeter) aus, die in den ersten 24-48 Stunden nach der Exzision in 3-4 Sitzungen angewendet wird. Es ist kein erhöhtes Krebsrisiko damit verbunden. Kontraindiziert bei Schwangeren und Kleinkindern.
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