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Brustanomalien: Polythelie, Polymastie und Athelie
- 28. August 2023
- Von Fernando Amato
Im Bereich der plastischen Chirurgie ist das Verständnis der Nuancen und Besonderheiten des menschlichen Körpers unerlässlich. Durch dieses Verständnis können Chirurgen effektive und sichere Lösungen anbieten. Unter den verschiedenen Zuständen, auf die ein plastischer Chirurg stoßen kann, sind drei weniger bekannt, verdienen aber Aufmerksamkeit: Polythelie, Polymastie und Athelie.
1. Polymastie: Akzessorisches Brustgewebe
Polymastie ist ein Zustand, der bei 0,4 bis 0,6 % der Frauen auftritt. Sie bezieht sich auf das Vorhandensein von zusätzlichem Brustgewebe, das häufig in der Achselhöhle identifiziert wird. Dieses Gewebe ist von Geburt an vorhanden und kann unter dem Einfluss der weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron in bestimmten Phasen, wie während der Schwangerschaft, stärker hervortreten.
Was die Polymastie bemerkenswert macht, ist, dass dieses zusätzliche Brustgewebe den gleichen Bedingungen ausgesetzt ist wie die primären Brüste, einschließlich Infektionen, fibrozystischen Veränderungen und sogar Karzinomen. Sowohl aus ästhetischen Gründen als auch zur Vermeidung medizinischer Komplikationen kann die Entfernung dieses Gewebes eine Option sein.
2. Polythelie: Überzählige Brustwarzen verstehen
Polythelie ist ein häufigerer Zustand, als man vielleicht denkt, und tritt bei etwa 1 % der Frauen auf. Sie bezieht sich auf das Vorhandensein zusätzlicher Brustwarzen, die sich in der Regel entlang der Brustwarzenlinie des Körpers entwickeln. Eine besonders interessante Eigenschaft der Polythelie ist ihre mögliche Assoziation mit Anomalien des Harntrakts. Aus diesem Grund kann es ratsam sein, bei Feststellung einer zusätzlichen Brustwarze einen Nierenultraschall durchzuführen.
Die chirurgische Entfernung ist jedoch eine Option, die in der Regel durch ästhetische oder Komfortbedenken motiviert ist.
3. Athelie: Die Herausforderung des Fehlens
Athelie und Amastie bezeichnen das Fehlen von Brustkomponenten. Während sich Athelie auf das Fehlen von Brustwarzen bezieht, ist Amastie das vollständige Fehlen von Brustgewebe. Diese Zustände entstehen somit aufgrund von Fehlern in der Embryonalentwicklung.
Ein Beispiel für Komplikationen im Zusammenhang mit Amastie ist das Poland-Syndrom, das das Fehlen oder die Unterentwicklung der Brust zusammen mit anderen Anomalien des Brustmuskels und möglicherweise der Hände oder Finger umfasst. In diesen Situationen kann die plastische Chirurgie ein wertvolles Instrument sein, um Form und Funktion wiederherzustellen.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Gebiet der plastischen Chirurgie weit und vielfältig ist und von routinemäßigen ästhetischen Eingriffen bis hin zu komplexen Interventionen für seltene Zustände reicht. Das Verständnis von Anomalien wie Polythelie, Polymastie und Athelie ist entscheidend für die Bereitstellung hochwertiger Versorgung. Diese Zustände, obwohl weniger diskutiert, erinnern an die Komplexität des menschlichen Körpers und die Bedeutung der chirurgischen Spezialität, die darauf abzielt, wiederherzustellen, zu korrigieren und zu verbessern.
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